Datum:
Zeit:
Platz:
16.08.2008
32:18
3





Nach über 4 Wochen hartem Trainings hatte ich mir eine leichtere Woche mehr als verdient. Mein Körper signalisierte mir auch mehr als deutlich, dass es Zeit wird mal kurz den Fuß vom Gas zu nehmen. Der Abschluss der “Regenerationswoche” sollte ein kleiner Wettkampf werden in den ich zur Abwechslung mal etwas erholter gehen wollte um zu testen, ob sich was an der Tempohärte getan hat, die ich etwas vermisse an mir.

Beim Blick in die Startliste wurde mir gleich klar, dass es kein Spaziergang wird. Steffen Tostlebe und Remo Reichel, zwei starke Läufer waren mit von der Partie. Ein Bummelrennen wird es also nicht, soviel war vorher schon klar. Sofort, wie ich in Schleifreisen bei Hermsdorf im Start-Ziel-Bereich ankomme, war auch der zweite Fakt sichtbar. Flach? Wird es nicht!

Wieder ein überschaubares Feld, wie vor zwei Wochen, begibt sich auf die Strecke. Diesmal war aber die Qualität eine ganz andere. Schon am ersten Anstieg machen Steffen und Remo so höllisch Druck, dass es mir schwer fällt den beiden zu folgen. Aber ich kann mich quälen – sind ja nur 10 km, denk ich. Fix und alle oben angekommen, geht es über Stock und Stein quer durch den Wald. Kein Waldweg, nein, Wald! Ich muss Steffen und Remo ein wenig ziehen lassen, was mir gar nicht schmeckt, aber ich kann nicht riskieren jetzt schon völlig fest zu werden. Die Strecke buckelt sich einen Kilometer durch den Wald, dann kommt auch gleich ein langes Stück bergab. Bis hinunter ins Tal kann ich mich wieder heran kämpfen. Das kostete mich aber mehr Kraft, als ich im ersten Moment spürte. Wieder im Zeitzgrund jagen die beiden weiter und wieder fällt es mir schwer zu folgen, obwohl das schon besser klappt als bergauf… Ach ja, bergauf…“Kommt da nicht noch einer?“ Ja, er kommt. Ca. bei km 7 kam ein Willensbrecher der besonderen Güte. Über Moos, Wurzeln und Steine geht es steil bergauf. Steffen nutzt den Moment und zieht davon. Remo kann noch einen Moment folgen, aber muss dann auch abreißen lassen. Ich habe nur noch mit mir selber zu tun, muss sehr aufpassen, wo ich hintrete und das ich bei Bewusstsein bleibe. Dieser Berg fordert alles. Nach gefühlten 10 km bergauf, war der Rest nur noch Formsache. Die Strecke geht dann noch 1 km gerade und denn letzten Kilometer bergab ins Ziel. Remo lag ca. 100 m vor mir, was theoretisch auf den letzten zwei Kilometern noch zu machen wäre…aber nach dem Anstieg sind meine Beine völlig fest. Dazu kamen noch ein paar Unsicherheiten, was die Strecke angeht, weil sie oben im Ort schlecht ausgeschildert war. Ich dachte ein paar Momente lang, ich bin falsch gelaufen. Der Abstand zu Remo verringerte sich zwar noch ein bisschen, aber es reichte bei weitem nicht um ihn einzuholen. Soviel Druck konnte ich diesmal nicht mehr machen, wie beim ersten Abstieg…nicht zuletzt, weil das Verletzungsrisiko zu hoch war bei dem Untergrund. Immerhin reicht es zu einem 3. Platz und die Zeit kann sich sehen lassen, wenn man die Strecke betrachtet. Glückwunsch nochmal an Steffen und Remo, ein großartiges Rennen.

Diese kleinen Wettkämpfe, statt einsame Tempodauerläufe, machen mehr Spaß als ich dachte, auch wenn ich nicht jedesmal gewinne. Obwohl ich diesmal dachte, besser mithalten zu können, da ich ja eigentlich erholt war, aber ich bin eben keine wirkliche Bergziege. Eines jedoch hat der Lauf mir trotzdem gezeigt. Meine Training scheint zu funktionieren, denn meine Bestzeiten sind alle samt überfällig!